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Grundlagen

Sterbebilder: Tradition, Gestaltung und Druck

Aktualisiert am 26. August 2026

Sterbebilder — je nach Region auch Totenzettel, Sterbebildchen, Trauerbilder oder Gedenkbilder genannt — sind kleine Karten zum Andenken an eine verstorbene Person. Sie werden bei der Trauerfeier an die Gäste verteilt oder der Danksagung beigelegt und zeigen klassisch ein Foto, die Lebensdaten und einen Spruch oder ein Gebet. Viele Menschen bewahren Sterbebilder über Jahrzehnte auf — im Gebetbuch, in der Brieftasche oder in eigens angelegten Sammlungen. Kaum eine Drucksache im Trauerdruck hat eine so lange Lebensdauer.

Tradition und Bedeutung

Das Sterbebild stammt aus der katholischen Trauerkultur: Seit dem 17. Jahrhundert wurden „Totenzettel“ mit der Bitte um das Gebet für die verstorbene Person verteilt. Bis heute ist das Sterbebild vor allem in Bayern, Baden-Württemberg, Österreich, Südtirol und der Schweiz fest verankert; im Rheinland ist der Totenzettel — oft als mehrseitiges Faltblatt — verbreitet. In Norddeutschland ist der Brauch seltener, gewinnt aber als konfessionsloses „Gedenkbild“ oder „Erinnerungsbild“ neue Anhänger.

Die Funktion ist über die Jahrhunderte gleich geblieben: Das Sterbebild ist ein greifbares Andenken. Es gibt der Erinnerung ein Gesicht — und den Trauergästen etwas, das sie mit nach Hause nehmen können.

Formate und Aufbau

Das klassische Sterbebild ist etwa 7 × 11 cm groß (nahe DIN A7) — klein genug für Gebetbuch und Geldbörse. Daneben sind DIN A6 und als Faltblatt gearbeitete Doppelkarten üblich. Der typische Aufbau:

  • Vorderseite: Foto der verstorbenen Person, oft mit schmalem Rand oder dezentem Rahmen; alternativ ein religiöses Motiv oder Naturbild
  • Rückseite (bzw. Innenseiten): „Zum Gedenken an“ oder „In stillem Gedenken“, Name, Geburts- und Sterbedatum, teils Geburts- und Sterbeort
  • Spruch, Gebet oder Zitat — traditionell ein Gebet oder Bibelvers, heute oft auch ein weltlicher Trauerspruch
  • Optional: ein Dank („Herzlichen Dank für die erwiesene Anteilnahme“) als Verbindung zur Danksagung

Das Foto: Herzstück des Sterbebilds

Kein Element prägt das Sterbebild so sehr wie das Foto. Ein paar bewährte Hinweise:

  • Ein Bild aus guten Tagen: Die meisten Familien wählen ein Foto, auf dem die verstorbene Person gesund, wach und „ganz sie selbst“ ist — es darf durchaus einige Jahre alt sein.
  • Qualität vor Aktualität: Für den Druck sollte die Vorlage scharf und ausreichend groß sein. Auch ältere Papierabzüge lassen sich hochauflösend einscannen.
  • Freistellen und zuschneiden: Ein ruhiger Bildausschnitt (Porträt bis Brusthöhe, unaufgeregter Hintergrund) wirkt auf dem kleinen Format am besten. Schwarz-Weiß oder ein dezenter Sepia-Ton können unruhige Farbfotos beruhigen.

Sprüche für Sterbebilder

Einige Beispiele aus verschiedenen Traditionen:

  • „Der Herr ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln.“ (Psalm 23)
  • „Und immer sind irgendwo Spuren deines Lebens — Gedanken, Bilder, Augenblicke. Sie werden uns immer an dich erinnern.“
  • „Man sieht die Sonne langsam untergehen und erschrickt doch, wenn es plötzlich dunkel ist.“
  • „Was bleibt, ist die Liebe.“

Der Spruch sollte zum Menschen passen — und zur Familie. Bei kirchlichen Trauerfeiern lohnt die Abstimmung mit dem Pfarrer oder der Pfarrerin, damit Sterbebild und Liturgie zusammenpassen.

Auflage und Druck

Als Faustregel gilt: Anzahl der erwarteten Trauergäste plus 20–30 %. Sterbebilder werden gern mehrfach mitgenommen — für Angehörige, die nicht kommen konnten — und Nachdrucke kosten Zeit. Übliche Auflagen liegen zwischen 50 und 300 Stück.

Gedruckt wird auf festem Karton (250–350 g/m²), matt oder seidenmatt; für die traditionelle Anmutung gibt es Papiere mit Goldschnitt-Optik oder Prägung von Herstellern wie BOK, Emmel, Steffens Papier, MAY+SPIES und Rössler. Der Druck läuft über die Druckerei des Bestattungshauses, Online-Dienste oder — bei sehr kleinen Auflagen — den hochwertigen Eigendruck.

Wer das Sterbebild selbst gestalten möchte, findet in fertigen Sterbebild-Vorlagen den schnellsten Weg: Foto einsetzen, Spruch wählen, Daten eintragen — in einer Trauerdruck-Software entsteht daraus ein druckfertiges PDF, bei dem Beschnitt und Auflösung automatisch stimmen. Auf dem Tablet funktioniert das auch gemeinsam mit der Familie im Gespräch — mehr dazu auf der Seite zur Trauerdruck-App.

Häufige Fragen

Wann werden Sterbebilder verteilt?

Üblicherweise bei der Trauerfeier — ausgelegt am Eingang, auf den Plätzen oder persönlich überreicht. Wer nicht teilnehmen konnte, erhält das Sterbebild oft später mit der Danksagung per Post.

Sterbebild oder Gedenkbild — was ist der Unterschied?

Inhaltlich kaum einer. „Sterbebild“ und „Totenzettel“ sind die traditionellen, kirchlich geprägten Begriffe; „Gedenkbild“ oder „Erinnerungsbild“ werden häufig für weltliche Varianten verwendet. Aufbau und Format sind gleich.

Was kostet der Druck von Sterbebildern?

Je nach Papier, Veredelung und Auflage grob zwischen 40 und 150 € für 100 Stück. Faltbare Varianten und Sonderpapiere liegen darüber.

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