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Grundlagen

Trauerdruck: Der große Ratgeber zu allen Trauerdrucksachen

Aktualisiert am 26. August 2026

Trauerdruck bezeichnet alle Drucksachen, die im Zusammenhang mit einem Todesfall gestaltet und verschickt werden: Trauerkarten und Trauerbriefe, Sterbebilder, Danksagungen, Todesanzeigen und Gedenkbilder. Sie informieren über den Tod eines Menschen, laden zur Trauerfeier ein, bedanken sich für Anteilnahme — und sie sind zugleich ein letzter, bleibender Ausdruck der Wertschätzung für die verstorbene Person. Dieser Ratgeber gibt einen Überblick über alle Trauerdrucksachen, den zeitlichen Ablauf im Trauerfall und die wichtigsten Gestaltungsfragen.

Was gehört zum Trauerdruck?

Der Begriff fasst mehrere unterschiedliche Drucksachen zusammen, die zu verschiedenen Zeitpunkten des Trauerfalls gebraucht werden:

DrucksacheZweckZeitpunkt
Trauerkarte / TrauerbriefBenachrichtigung über den Todesfall, Einladung zur Trauerfeierin den ersten Tagen nach dem Todesfall
Todesanzeigeöffentliche Bekanntmachung, meist in der Tageszeitungvor der Trauerfeier
Sterbebild / GedenkbildAndenken für die Trauergästezur Trauerfeier
DanksagungDank für Anteilnahme, Blumen und Begleitungca. 4–6 Wochen nach der Beisetzung

Dazu kommen je nach Region und Anlass weitere Drucksachen: Liedblätter für die Trauerfeier, Einladungskarten zum Trauerkaffee, Tischkarten und Platzreservierungen oder Kondolenz-Umschläge. In katholisch geprägten Regionen — vor allem in Süddeutschland und Österreich — gehört das Sterbebild fest zur Trauerkultur, während es in anderen Regionen kaum verbreitet ist.

Der zeitliche Ablauf im Trauerfall

Für Angehörige ist der Trauerdruck eine von vielen Aufgaben in einer ohnehin belastenden Zeit — und er ist zeitkritisch. Zwischen Todesfall und Trauerfeier liegen in Deutschland meist nur wenige Tage bis etwa zwei Wochen. In dieser Zeit müssen die wichtigsten Drucksachen gestaltet, korrigiert und gedruckt sein. Bewährt hat sich diese Reihenfolge:

  1. Eckdaten sammeln: vollständiger Name, Geburts- und Sterbedatum, Ort und Zeitpunkt der Trauerfeier und Beisetzung. Diese Angaben bilden die Grundlage jeder Trauerdrucksache — sie sollten von Anfang an schriftlich festgehalten und geprüft werden.
  2. Trauerkarte und Todesanzeige beauftragen: Sie müssen zuerst fertig sein, damit die Nachricht rechtzeitig vor der Trauerfeier ankommt.
  3. Sterbebilder gestalten: Sie werden zur Trauerfeier verteilt und brauchen ein gutes Foto der verstorbenen Person.
  4. Danksagungen später verschicken: Hier besteht kein Zeitdruck — üblich sind vier bis sechs Wochen nach der Beisetzung.

In den meisten Fällen übernimmt das Bestattungshaus die Organisation des Trauerdrucks: Es kennt die üblichen Formulierungen, hat Papiere und Druckwege etabliert und stimmt die Entwürfe mit der Familie ab. Angehörige können aber jederzeit eigene Wünsche einbringen — vom Lieblingsspruch bis zum eigenen Foto.

Papier, Formate und Hersteller

Trauerdrucksachen werden klassisch auf speziellen Trauerpapieren gedruckt: hochwertige Kartons mit dezenten Motiven, Prägungen oder dem traditionellen Trauerrand. Führende Hersteller solcher Papiere sind unter anderem BOK, Emmel, Steffens Papier, MAY+SPIES und Rössler — ihre Produkte sind bei Bestattern und Druckereien seit Jahrzehnten etabliert.

Die gängigsten Formate im Überblick:

  • DIN A5 / DIN Lang: klassische Formate für Trauerkarten und Trauerbriefe, als Einzel- oder Klappkarte
  • DIN A6: Danksagungskarten und kleinere Trauerkarten
  • ca. 7 × 11 cm (A7-nah): das traditionelle Sterbebild-Format
  • DIN A4: Todesanzeigen-Aushänge und Liedblätter
  • Quadratische Formate: moderne Trauerkarten

Eine Übersicht fertiger Layouts für alle diese Formate finden Sie in den Trauerdruck-Vorlagen von Trauerwerk, die an die Papiere der genannten Hersteller angelehnt sind.

Gestaltung: würdevoll, persönlich, fehlerfrei

Trauerdrucksachen folgen keinem starren Regelwerk mehr. Neben der klassischen Gestaltung — Serifenschrift, schwarzer Rand, Kreuz oder Rose — sind heute auch hellere, persönlichere Karten üblich: mit einem Lieblingsmotiv der verstorbenen Person, einem Foto aus glücklichen Tagen oder einem Zitat, das ihr Leben beschreibt. Drei Grundsätze haben sich bewährt:

  • Zurückhaltung: wenige Schriften, gedeckte Farben, großzügiger Weißraum. Die Karte soll dem Anlass gerecht werden, nicht dekorieren.
  • Persönlichkeit: ein Symbol, Motiv oder Spruch, der wirklich zur verstorbenen Person passt, macht die Karte zum Andenken — Beliebiges wirkt austauschbar.
  • Sorgfalt: Namen, Daten und Orte mehrfach prüfen (lassen). Ein Fehler auf einer Trauerkarte ist nicht korrigierbar und verletzt.

Ausführliche Gestaltungstipps mit Textbeispielen finden Sie in den Artikeln Trauerkarten gestalten und Danksagung im Trauerfall.

Symbole und der Trauerrand

Zwei Gestaltungselemente sind so eng mit dem Trauerdruck verbunden, dass sie eigene Erwähnung verdienen:

Trauersymbole verdichten, was Worte schwer sagen können. Zu den gebräuchlichsten gehören das Kreuz und betende Hände (christlich), die Rose und der gebrochene Zweig (Abschied), die Kerze (Erinnerung und Hoffnung), die Taube (Frieden), Ähren und Bäume (Lebenskreislauf) sowie Sonne, Berge und Meer für naturverbundene Menschen. Gut gewählt ist ein Symbol dann, wenn es eine echte Verbindung zur verstorbenen Person hat — die Angel des leidenschaftlichen Anglers ist würdevoller als ein beliebiges Ornament.

Der Trauerrand — die schwarze Umrandung von Karten, Umschlägen und Anzeigen — ist das älteste Erkennungszeichen des Trauerdrucks: Schon im 17. Jahrhundert kennzeichnete er Trauerbriefe auf den ersten Blick. Heute ist er keine Pflicht mehr; viele Familien wählen stattdessen einen grauen, silbernen oder ganz weggelassenen Rand. In der klassischen Form wird er aber weiterhin verwendet und sofort verstanden.

Trauerdruck digital gestalten

Traditionell entstand Trauerdruck im Satz der Druckerei: Die Familie wählte beim Bestatter Papier und Mustertext, die Druckerei setzte die Karte, Korrekturen liefen per Fax oder Telefon. Heute übernehmen zunehmend digitale Werkzeuge diesen Weg. Eine Trauerdruck-Software stellt fertige Vorlagen bereit, setzt die Daten des Verstorbenen automatisch in jede Karte ein und erzeugt druckfertige PDF-Dateien für die Druckerei oder den Eigendruck.

Für Angehörige hat das einen spürbaren Vorteil: Sie sehen den Entwurf sofort — etwa über einen Freigabe-Link des Bestatters — und können Änderungswünsche direkt äußern, statt tagelang auf Korrekturabzüge zu warten. Für Bestattungshäuser verkürzt sich die Arbeit pro Karte von einer halben Stunde auf wenige Minuten; wie das im Betrieb funktioniert, beschreibt der Artikel Trauerdruck im Bestattungshaus digitalisieren.

Häufige Fragen zum Trauerdruck

Wer kümmert sich um den Trauerdruck?

In den meisten Fällen das Bestattungshaus, in Abstimmung mit den Angehörigen. Die Familie liefert Texte, Fotos und Wünsche; der Bestatter gestaltet, druckt und versendet. Angehörige können den Trauerdruck aber auch selbst übernehmen — etwa wenn sie die Karten besonders persönlich gestalten möchten.

Was kostet Trauerdruck?

Das hängt stark von Auflage, Papier und Umfang ab. Als grobe Orientierung: Eine Auflage von 50 gedruckten Trauerkarten auf hochwertigem Papier liegt häufig zwischen 80 und 200 €, Sterbebilder und Danksagungen entsprechend darunter. Zeitungs-Todesanzeigen sind je nach Region und Größe deutlich teurer — Details im Artikel Todesanzeige gestalten und aufgeben.

Wie schnell muss der Trauerdruck fertig sein?

Trauerkarten und Todesanzeigen sollten die Empfänger einige Tage vor der Trauerfeier erreichen. Rechnet man Gestaltung, Freigabe, Druck und Postweg zusammen, bleiben dafür meist nur zwei bis vier Werktage — der Trauerdruck gehört deshalb zu den ersten Aufgaben nach dem Todesfall.

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