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Grundlagen

Todesanzeige gestalten und aufgeben: Aufbau, Texte, Kosten

Aktualisiert am 26. August 2026

Die Todesanzeige (auch Traueranzeige) macht einen Todesfall öffentlich bekannt — traditionell in der regionalen Tageszeitung, zunehmend auch in Online-Trauerportalen. Anders als die Trauerkarte, die an einen ausgewählten Kreis geht, erreicht die Anzeige auch entfernte Bekannte, frühere Kollegen und Nachbarn, deren Adresse niemand hat. Dieser Artikel erklärt Aufbau, Formulierungen, Erscheinungswege und Kosten.

Welche Angaben gehören in eine Todesanzeige?

Der klassische Aufbau von oben nach unten:

  1. Trauerspruch oder Zitat (optional)
  2. Einleitungssatz — er setzt den Ton („In stiller Trauer …“, „Nach einem erfüllten Leben …“)
  3. Vollständiger Name, ggf. mit Geburtsnamen („geb. …“) und Titel
  4. Lebensdaten: Geburts- und Sterbedatum, üblich mit * und †, teils mit Orten
  5. Trauernde: „In Liebe: …“ — Ehepartner zuerst, dann Kinder mit Familien, dann weitere Angehörige
  6. Termin der Trauerfeier und Beisetzung mit Ort, Datum und Uhrzeit — oder der Hinweis „Die Beisetzung findet im engsten Familienkreis statt“
  7. Hinweise: Kondolenzadresse, Spendenwunsch („Anstelle von Blumen bitten wir um eine Spende an …“), „Von Beileidsbekundungen am Grab bitten wir abzusehen“

Pflichtangaben im rechtlichen Sinn gibt es nicht — die Anzeige darf so ausführlich oder knapp sein, wie die Familie es möchte. Ein Foto der verstorbenen Person ist heute in vielen Zeitungen möglich und wird häufiger gewählt.

Formulierungen: den richtigen Ton finden

Der Einleitungssatz prägt die gesamte Anzeige. Beispiele für unterschiedliche Situationen:

  • Nach langem Leben: „Nach einem langen, erfüllten Leben entschlief unsere liebe Mutter, Großmutter und Urgroßmutter“
  • Nach Krankheit: „Nach schwerer Krankheit, doch dennoch unerwartet, nahmen wir Abschied von“
  • Plötzlicher Tod: „Fassungslos und in tiefer Trauer müssen wir Abschied nehmen von“
  • Dankbar: „Dankbar für die gemeinsame Zeit trauern wir um“
  • Von Firmen/Vereinen: „Wir trauern um unseren langjährigen Mitarbeiter und geschätzten Kollegen“

Auch hier gilt: Die Formulierung darf zur Person passen. Neben den klassischen Wendungen sind heute persönliche Sätze üblich — ein Lebensmotto der verstorbenen Person sagt oft mehr als eine Standardformel.

Zeitungsanzeige, Aushang oder online?

WegReichweiteBesonderheit
Tageszeitung (Print)Region, ältere Leserschaft sehr gutklassischer Weg; erscheint meist samstags oder am Werktag vor der Trauerfeier
Online-Trauerportal der Zeitungüberregional, dauerhaft auffindbaroft im Print-Preis enthalten; mit Online-Kondolenzbuch
Gedruckte Anzeige / AushangNachbarschaft, Kirchengemeinde, Geschäftals DIN-A4-Aushang oder ausgelegte Karte — vom Bestatter gestaltet

Üblich ist die Kombination: eine Print-Anzeige zur Bekanntmachung vor der Trauerfeier, die dauerhaft auffindbare Online-Version und — vier bis sechs Wochen später — die Danksagungsanzeige im selben Blatt.

Was kostet eine Todesanzeige?

Zeitungsanzeigen werden nach Spalten und Millimetern berechnet — die Preise unterscheiden sich je nach Verlag und Region erheblich. Grobe Orientierung:

  • Kleine Anzeige (zweispaltig, ca. 80–100 mm): oft 200–500 €
  • Mittlere Anzeige (drei- bis vierspaltig): häufig 500–1.500 €
  • Große Anzeige in auflagenstarken Regionalzeitungen: 1.500 € und mehr

Samstagsausgaben sind meist teurer, haben aber die höchste Reichweite. Der Bestatter kennt die Preise der örtlichen Blätter und übernimmt in der Regel die Übermittlung der Druckdaten an den Verlag.

Gestaltung und Druckdaten

Zeitungen erwarten die Anzeige als druckfertige Datei (PDF) im gebuchten Spaltenformat oder setzen sie nach Manuskript selbst. Wer die Anzeige selbst gestaltet — etwa damit sie zum Motiv von Trauerkarte und Sterbebild passt —, sollte auf drei Dinge achten: das exakte Spaltenmaß des Verlags, ausreichenden Kontrast (Zeitungsdruck ist gröber als Kartendruck) und Schriftgrößen nicht unter 8 Punkt.

In einer Trauerdruck-Software entsteht die Todesanzeige aus denselben Falldaten wie die übrigen Drucksachen: Name, Daten und Termine werden automatisch eingesetzt, das Layout wird einmal gewählt und als PDF im passenden Maß exportiert. Das verhindert den klassischen Fehler, dass Zeitungsanzeige und Trauerkarte voneinander abweichende Uhrzeiten nennen.

Häufige Fragen

Wann sollte die Todesanzeige erscheinen?

So, dass Leser noch reagieren können: idealerweise drei bis fünf Tage vor der Trauerfeier. Bei Beisetzungen im engsten Kreis erscheint die Anzeige oft erst danach — dann mit dem Hinweis „Die Beisetzung fand im engsten Familienkreis statt“.

Wer gibt die Todesanzeige auf?

Meist der Bestatter im Auftrag der Familie; Angehörige können Anzeigen aber auch direkt beim Verlag aufgeben. Firmen und Vereine schalten häufig eigene, zusätzliche Anzeigen.

Muss eine Todesanzeige geschaltet werden?

Nein. Sie ist Brauch, keine Pflicht. Gerade bei kleinen Trauerfeiern ersetzen heute viele Familien die Zeitungsanzeige durch Trauerkarten und eine spätere Danksagung.

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